Stadtkinder über ihre Stadt: Albino Basile

Albino Basile ist ’ne echte Type – so einzigartig wie sein Name im Kessel ist wohl auch seine optische Erscheinung von Kopf bis Fuß. Am Freitag feiert der Entertainer aus dem Riva seinen Geburtstag im Schlampazius. Wir haben mit dem gebürtigen Italiener über das Ankommen und Abfeiern in Stuttgart geplaudert.

Stuttgart – Für Albino Basile gibt es nur ein Gas und das ist Vollgas. Dass er deshalb zu seinem Geburtstag am Freitag im Schlampazius mächtig auffährt, verwundert da jetzt nicht gerade. „Partys müssen übertreiben. Nicht eine Band, zwei Bands, nicht ein DJ, sieben DJs und dann noch Go-Go-Girls obendrauf. Da wird’s richtig abgehen“, freut sich der 34-Jährige. Und wir glauben ihm jedes Wort.

Aber warum so groß, wenn es nicht mal ein runder Geburtstag ist? Ganz einfach. „Entweder ich sitze zu Hause oder ich feiere, aber dann richtig!“ Klingt logisch. Dann werden auch gern mal Freunde, Bekannte und Fremde zusammengetrommelt, um so richtig auf die Pauke zu hauen. Warum auch nicht!? „Tgif“ (Thank god it’s friday) – diesen Freitag wohl noch mehr als sonst.

 

Selbst ist der Mod

„Wenn ich im Riva bin, arbeite ich, wenn auf einer Party bin, dann will ich Spaß haben – und zwar so richtig“, erklärt Albino. Dieser Mann, der seit zwei Jahren im Riva arbeitet, weiß eben wie Feierei funktioniert. Und weil ihn bislang keine Party in Stuttgart so richtig geflasht hat, dachte er sich einfach: „Dann mache ich es halt selbst.“ Einfach nur meckern ist nämlich gar nicht sein Ding, selbst was auf die Beine stellen dafür umso mehr. Selbst ist der Mod. Gut vernetzt wie er ist – ein Leichtes für den selbsternannten Tellerträger.

Am besten am Mod-Dasein findet Spaßvogel Albino übrigens nicht das Tragen von alten Jacken, sondern vor allem die Einstellung der Modernists zum Leben, das Weiterdenken, Grenzen verschieben – nur damit das mal klar ist. Das Tragen eines Parkas gehört halt dazu. Klar, soweit!?

Und „Don’t look back!“ heißt seine Party übrigens nur, weil für ihn klar ist: Das beste kommt noch. „Ich bin kein Mensch, der zurückblickt, sondern jemand, der noch einiges auf der Liste hat.“

The best is yet to come!

Angekommen dank Roller

Aber für einen kurzen Moment müssen wir dann doch zurückblicken. Wie war das denn in Stuttgart, am Anfang, mit der Subkultur und dem Ankommen? In seiner Anfangszeit hatte der neugierige Ragazzo in der Nähe vom Diakonie-Klinikum gearbeitet und dort an einem bestimmten Tag einen Roller entdeckt, der sein Interesse weckte. „Ich habe mich dann einfach neben den Roller gesetzt und auf den Besitzer gewartet. Damals konnte ich noch kein deutsch, als die Besitzerin schließlich kam, haben wir uns mit Händen und Füßen unterhalten. Diese nette Dame hat mir dann ganz viele Adressen und Namen aufgeschrieben, unter anderem vom Roller-Stammtisch, den es damals noch gab. Und so bin ich in Stuttgart angekommen.“

Eine Party ganz nach seinem Geschmack: „Don’t look back!“ von und mit Albino Basile im Schlampazius

Was sonst noch in Albinos Leben abgeht? Der selbsternannte Entertainer stand uns, wie folgt, Rede und Antwort:

Dein Beruf in Eigendefinition: Theoretisch bin ich ein Tellerträger, praktisch verkaufe ich ein bisschen Spaß. (Er spielt auf seine kleinen „Show-Einlagen“ im Riva an!)

Seit wann lebst du in Stuttgart? 2011

Wo wohnst du heute? Ich bin ein Westside-Boy und fühle mich mit dem Stuttgarter Westen sehr verbunden. Ich arbeite und wohne dort. Die Nachbarn lieben und hassen mich. Kann man Albino wirklich hassen? „Ja, wenn nachts mein Roller surrt, dann schon“, sagt er lachend.

Was gefällt dir an dieser Ecke besonders, was eher weniger? Dass es ein Zuhause ist. Ich laufe durch den Westen und die meisten Ecken sind mir bekannt. Aber hier anonym zu sein, funktioniert nicht.

Wann und wo hast du dich in Stuttgart verliebt? Was ist passiert? Auf einer Party, wegen den Leuten. Denn eigentlich wollte ich damals nach Berlin, doch die Leute wollten mich nicht gehen lassen. Das hat mich sehr berührt.

Stuttgart fehlt Offenheit und Spaß

Wo ist deine Hood, wo hängst du am liebsten rum? Warum? Im Westen, ich arbeite, wohne und lebe hier. Sonst bin ich auch gern im Goldmarks.

Wo ist Stuttgart am schönsten? Auf dem Roller durch den Westen fahrend.

Wo am hässlichsten? Von der Königstraße über den Hauptbahnhof Richtung Milano und S21.

Ein Daueraufreger in dieser Stadt ist…dass die Stuttgarter am Anfang, beim Kennenlernen, erstmal so verschlossen sind.

Ein Geheimtipp, den du ausnahmsweise mit uns teilst: Ich weiß, wo man unter der Woche, nachts um 4 Uhr, noch ein Bier bekommt: Rendezvous.

Welchen Ort wählst du für ein romantisches Date? Schlossplatz, sonntags, 6 Uhr morgens. Kein Witz. Nach dem Feiern, die Vibes sind einzigartig. Die Sonne geht auf, beim Ecksee, das hat was.

Wie reagierst du, wenn jemand sagt, die Stadt sei hässlich? Der soll mal mit mir ein paar Tage lange unterwegs sein!

Dein Lieblingsrestaurant? Warum? Die Frage möchte ich nicht beantworten.

Deine Lieblingskneipe? Warum? Ich war jahrelang in „Die Bar“ verliebt. Einfach eine super Location.

Wo bist du am öftesten abgestürzt? Goldmarks

Wo gibt‘s die besten Konzerte? Goldmarks

Wo hängst du im Herbst am liebsten ab? Im Riva am Arbeiten

Wie bist du in der Stadt unterwegs? Auto, Rad, zu Fuß? Lambretta und Vespa – ich rolle mit den besten ;).

Was fehlt dieser Stadt am meisten? Offenheit und Spaß

Was würdest du sofort ändern, wenn du OB wärst? Weniger Platz für Autos!

Was wolltest du in Stuttgart immer schon mal machen, hast es aber noch nie geschafft? Eine Party veranstalten – das ändert sich aber dann am Freitag!

Hier geht‘ zur Veranstaltung, Albinos Super-Sause „Don’t look back!“ >>>